Eine Million Varianten sind keine Hexerei – die Herstellung von Trauringen

Oft hören wir von Brautpaaren folgende Fragen

„Gib es den Weißgold-Trauring auch in Platin?“ – Ja, den gibt es auch in Platin.

„Können wir diesen zweifarbigen Ring so haben, dass die Weißgold-Hälfte in Roségold gemacht wird und die Gelbgold-Hälfte in Graugold?“ Ja, auch das geht.

„Kann ich den Damenring auch mit mehreren Steinen haben?“ – Ja, selbstverständlich. Das ist möglich.

„Bei diesem Ring hätte ich gerne die Mattierung anders.“ – Ja, sehr gerne. Das machen wir.

Individualität ist bei Trauringen Trumpf. Wer versteht, wie Trauringe gefertigt werden, erkennt, warum bei Trauringen so viele Varianten möglich sind.

Die Fertigung eines Traurings erfolgt in mehreren Stufen:

·Ausgangspunkt ist der Rohling-

·Der Rohling wird auf die richtige Ringweite gedreht

·Bei zweifarbigen Ringen werden 2 Rohlinge miteinander „verbacken“.

·Der Rohling wird gefräst und erhält so seine Form.

·Der Trauring wird jetzt versäubert. Alle Grate und Kanten werden entfernt und geglättet, so dass ein makelloser Ring ohne Fehler entsteht.

·Hat der Ring einen Edelstein, wird er jetzt eingearbeitet.

·Der Trauring wird graviert.

·Der Trauring wird gesäubert und am Schluss poliert oder mattiert.

Der Rohling aus Ausgangspunkt

Rohlinge sind kreisrunde Ringe mit rechteckigem Profil. Es gibt sie in allen Goldlegierungen, Platin-Legierungen und Palladium-Legierungen, selbstverständlich auch in Sterling Silber, Edelstahl und Titan.

Nehmen wir an, Sie wählen Trauringe in Gold 750 aus, die 5 Millimeter breit sind. Dann ist der Ausgangspunkt der Ringfertigung ein Rohling aus Gold 750 in 5 Millimeter Breite.

Wie entsteht die Ring-Weite? – Durch Aufdrehen des Rohlings.

Jetzt kommt die Ringweite ins Spiel. Nehmen wir an, Ihr Trauring braucht eine Ringweite von 64 und Ihre Partnerin einen Ring in Weite 54.

Dann wird der erste Rohling auf Weite 64 geändert und der zweite auf Weite 54.

Wie entstehen zweifarbige oder mehrfarbige Trauringe?

Wählen sie einen zweifarbigen Trauring in Roségold und Graugold, dann braucht es dafür zwei Rohlinge. Einen aus Roségold und einen aus Graugold. In der entsprechenden Ringweite, versteht sich.

Diese beiden Rohlinge werden nicht verlötet, sondern gesintert. Dabei werden die Rohlinge bei hoher Temperatur und hohem Druck miteinander verbacken. Dabei fangen die Metallflächen zu Schmelzen an und die Moleküle des Roségoldes verklammern sich mit denen des Graugolds.

Abgekühlt liegt vor uns ein zweifarbiger Rohling, der jetzt weiter verarbeitet wird.

Die Form entsteht

Es gibt verschiedene Techniken, aus dem Rechteck des Rohlings die gewünschte Form herauszufräsen. Das geht halbautomatisch an der Drehbank oder vollautomatisch mit einem CNC-Gerät. Hier sind nahezu alle nur denkbaren Formen möglich.

Nach dem Fräsen ist der Trauring fast perfekt. Fast. Denn störende Grate und Kanten müssen jetzt entfernt werden

Versäubern – der Ring wird tragbar

Kleine Grate und Kanten würden den Tragekomfort stören. Die müssen weg. Das macht der Goldschmied mit geübter Hand.

Edelsteine werden eingesetzt

Diamanten und Edelsteine setzen die Fasser per Hand. Theoretisch ginge es auch manuell. Aber die geübte Hand des Fassers macht den Edelstein lebendiger in seiner Wirkung. Einzig bei einer Linie von mehreren Brillanten setzen CNC-gesteuerte Fräser die Bohrlöcher in perfekt genauem Abstand. Das Fassen selbst geschieht wieder manuell.

Ist der Ring ohne Stein bestellt worden, entfällt dieser Arbeitsgang.

Der Ring wird graviert

Der Ring ist jetzt tragbar. An dieser Stelle wird der Ring graviert. Eine moderne Lasergravur erlaubt eine Vielzahl von Gravur-Möglichkeiten. Namen, Symbole, die eigen Handschrift, Fingerabdrücke – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Reinigung und Politur

Sie haben einen matten Trauring gewählt? Dann bekommt er jetzt die gewünschte Mattierung.

In der Regel wird der Ring vorher in einem Galvanik-Bad gereinigt. Fachleute sagen dazu galvanische Entfettung. Wir nennen es die porentiefe Reinigung eines Traurings.

Jeder Lieferant hat eigene Arten der Oberflächen und Mattierungen.

·Hochglanz – der Ring strahlt und spiegelt das Licht

·Seidenmatt oder längsmatt – in den Ring sind feine Linien längs zur Ringschiene eingegraben. Das wirkt wie bei modernen Design-Objekten und signalisiert technische Perfektion

·Gekörntes Matt entsteht durch Sandstrahlen – je feiner die Körnung, desto perfekter wirkt die Mattierung. Je grober, desto individueller wirkt das.

·Eismatt – hierbei werden mit einer Metallbürste durch Drehbewegung Kratzer in den Ring gegraben. Als hätte eine Eisprinzessin Pirouetten auf Ihrem Ring gedreht. Das ist alles individuelle Handarbeit. Keine Mattierung gleicht einer anderen.

Der Ring geht auf Reisen – zu uns und zu Ihnen

Anschließend prüfen die Mitarbeiter der Trauring-Manufakturen, ob der Ring in Ordnung ist, ob er so gefertigt wurde, wie bestellt.

Dann kommt einer in eine schöne Trauring-Schatulle und tritt seine Reise an. Zu uns nach Hanstedt in die Nordheide.

Dort prüfen wir die Ringe noch einmal. Und dann greifen wir zum Telefon und rufen Ihre Nummer an.

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